Vorwort
Die IG Metall engagiert sich gemeinsam mit anderen DGB-Gewerkschaften und sozialen Initiativen gegen die Gewalt von Rechts. Leider werden Gewalttaten neofaschistischer Täter und ihr geistiger Hintergrund in der Öffentlichkeit zu selten thematisiert.
Um so wertvoller ist es, dass sich diese Ausstellung der VVN mit neofaschistischen Organisationen und ihrer Ideologie auseinander setzt. Dass dabei gerade junge Menschen für dieses Thema sensibilisiert werden sollen, ist besonders wichtig. Denn in einer Gesellschaft, die durch zunehmende Entsolidarisierung geprägt ist, können mangelnde Perspektiven von Jugendlichen und der Abbau des Sozialstaates zu Enttäuschung und fehlendem Vertrauen in das Gemeinwesen führen.
Eine solche, problematische gesellschaftliche Entwicklung bildet den Nährboden für rassistisches und faschistisches Gedankengut, der es den kriminellen Netzwerken, die von Neonazis angeführt werden, leichter macht, Menschen mit ihrer braunen Ideologie zu vereinnahmen.
Notwendig ist es daher, den braunen Ideologen die Grundlage zu entziehen. Auch dadurch, dass man allen Menschen eine gesellschaftliche Perspektive eröffnet. Vor allem jungen Menschen darf man ihren Tatendrang nicht dadurch verleiden, dass man ihnen eine Ausbildung verweigert.
Notwendig ist es aber auch, sich konkret mit der faschistischen Ideologie auseinander zu setzen. Wir müssen leider feststellen, dass Teile dieser Ideologie auch in der Mitte der Gesellschaft zu finden sind. Lehren, die nicht nur die Arbeiterbewegung, sondern auch ein Großteil der Gesellschaft aus der Nazidiktatur gezogen hatten, drohen zu verblassen.
Gemeinsam baute man den Sozialstaat auf und versuchte, rassistisches und diskriminierendes Gedankengut zurückzudrängen. Diesen Grundsätzen müssen wir auch in Zukunft treu bleiben und in den Betrieben und der Gesellschaft gegen jede Form der Ausgrenzung und für ein solidarisches Miteinander eintreten. Wir haben gelernt, dass jede Spaltung in Deutsche und Ausländer, Junge und Alte, Gesunde und Kranke, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schwächt und letztlich die Demokratie untergräbt, indem sie die Menschen gegeneinander stellt.
Die Ausstellung leistet einen wichtigen Beitrag dazu, sich diese Erkenntnisse vor Augen zu führen. Wir wünschen uns, dass diese Ausstellung viele Menschen erreicht, aufrüttelt und zum Handeln bewegt.
Jürgen Peters, 1. Vorsitzender der IG Metall
Kirsten Rölke, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall